Copy of Fahrrad FFM
Phil Wo Aja, konsistente Radinfrastruktur (Rote Spur, baulich getrennt, klare Schilder) und jeder weiß, wo er zu fahren hat. In den Niederlanden voorhanden, klappt super - In Frankfurt nicht vorhanden, klappt leider überhaupt nicht. Eine Frustration für alle Beteiligten.
 
 
 
Phil Wo In Frankfurt fehlt mir oft auf Strecken, die ich schon 10 Mal gefahren bin die Orientierung - die Infrastruktur ist so inkonsistent, dass man kaum weiß, wo man zu fahren hat. Aus der Sicht des Autofahrers ist das natürlich nicht wirklich nachvollziehen, das ist klar - hier ist ja eine gerade Straßenführung vorhanden. (Ja, ich fahre auch Auto, das hat mir Frankfurt damals so beigebracht)In Holland fahre ich egal wohin, gerne auch spontan ohne Navi, mit dem Fahrrad (- sogar in umliegende Dörfer, die Radwege hängen alle super zusammen - als hätten sich die Gemeinden abgesprochen). Dort kann ich mich sicher fühlen. Vielleicht bleibe ich auch einfach dort und zahle dort meine Steuern.
 
Phil Wo Die Autos werden 23h des Tages nicht gefahren - viele stehen dort Wochenlang rum, ganz ohne Miete zu bezahlen. Und die Fahrradwege hier erinnern mich vom Zustand her eher an Feldwege in Bulgarien. Wie sollen so Anreize geschaffen werden?
 
Phil Wo Jonathan Wirth Ich kenne die Ecke, auch als Autofahrer und bin ehrlich gesagt froh darüber, in der Innenstadt hin und wieder auf Probleme/Anspannungen zu stoßen. In anderen Städten geht es noch weitaus schlimmer, deshalb sehe ich es in Frankfurt eher locker. Die Vermeidung solcher Momente ist aber doch ein netter Anreiz, das Auto langfristig in einer eher weitläufigen Gegend abzustellen, für die Innenstadt eines der schnellen Fortbewegungsmittel zu nutzen. ((Klapp-)Fahrrad (was dann auch in den Kofferraum des weiter außerhalb geparkten Autos passt) / Bahn / Roller). Oder wie vorher angemerkt über die Größe der Autos / Füllmenge oder auch Anzahl der mitfahrenden Personen nachzudenken. So können auch Dienste wie Logistikdienstleister, die Feuerwehr, RTWs reibungslos arbeiten. Über 23 Stunden abgestellte, lediglich mit Einzelpersonen besetzte Autos verstehe ich (noch) in ländlichen Regionen - aber nicht in Großstädten wie Frankfurt sich eine nennen möchte.Ich verstehe solche Einzelschicksale natürlich und sehe so einzelne infrastrukturelle Maßnahmen (die vielleicht nicht im Gesamtkontext optimal geplant wurden, wie auch irgendwie hier) mitunter auch kritisch. Aber gut, es bleibt spannend.
 
 
 
Phil Wo Lieber den Fahrradkauf und die damit verbundene Infrastruktur subventionieren. Ohne eine gute Infrastruktur wird die gekaufte Freiheit dann nämlich höchstens in der Freizeit genutzt aber nicht z.B. auch für den täglichen Arbeitsweg. Dazu fehlt es in Deutschland einfach an konsistenter Infrastruktur, die z.B. auch etwa an regnerischen Tagen eine gute Sichtbarkeit bietet und es entsprechend attraktiv gestaltet, sich etwas neues anzugwewöhnen (In NL wird bei jedem Wetter gefahren und ich bin das lebende Beispiel dafür, dass sogar wir autogeilen Deutschen uns diese Willenskraft antrainieren können)Ein Auto kaufe ich erst wieder, wenn z.B. eine kurzstrecken-sharing-Option serienmäßig verbaut oder anderweitig etabliert wird. (das Auto weiß, ich fahre von A nach B, vielleicht sogar mehrmals die Woche und erlaubt mir und anderen, Fahrten zusammenzufassen - In etwa so wie BlaBlaCar aber für kürzere Strecken). Schaut euch mal an, wie viele Menschen alleine mit dem Auto unterwegs sind - das war auch schon vor Corona so.
 
Können dann unsere Fahrkartenkontrolleure übernehmen wenn die Abwrackprämie auf kostenlose VGF-Abos umgelegt wird 😎
 
Phil Wo Sven Callender Ganz genau - das Problem sehe ich in Frankfurt auch. Deshalb sicherere und zusammenhängendere Radwege schaffen, sodass das Aufbauen einer Angewohnheit auch überhaupt möglich ist (Rad auch für Arbeitsweg / Einkaufen / sogar beim Regen nutzen) Greift leider alles ineinander - Stellplätze und vereinzelt rote Schutzstreifen alleine reichen da nicht. Was uns Menschen bewegt ist ein Mix aus Motivation, Möglichkeit und Aktion. (Behaviour = Motivation + Ability + Trigger) - deshalb fahren auch so viele Menschen in Frankfurt (+Umland) Auto - weil es sehr vereinfacht und komfortabel ermöglicht wird und die Infrastruktur vorhanden ist. Deshalb bin ich in Frankfurt auch so viel mit dem Auto unterwegs, in Berlin 90/10 Fahrrad und in Holland nur noch Fahrrad. Alle Räder, die dann noch im Weg rumstehen markieren und kostenpflichtig entfernen lassen, wie in anderen Ländern :)Die genutzte Parkfläche in Fortbewegungsmittel/Nutzer-Relation gemessen fällt beim Fahrrad aber doch weitaus geringer aus - besonders effizient, wenn ich meine 10 Klappräder einfach im Auto lagere :)
 
 
Filip Bellefontain Ich sag nur Ford Fiesta: 4 Europaletten, easy... Oder 3 weitere Menschen mit BlaBlaCar mitnehmen - je nachdem was gerade ansteht - aber alleine durch die Stadt fahren, um wie in der Frankfurter Doku letztens treffend gezeigt "Chayas zu klären" - das könnte ich auch mit Mietwagen / Probefahrt - mache ich aber nicht mehr, weil ich keine 18 mehr bin und meine Autogeilheit ausleben muss, die mir Frankfurt anerzogen hat. Die Innenstadt kann autofrei werden und es gibt lebende Beispiele dafür. Leider ist Frankfurt so auto-fokussiert wie irgendwie keine andere Stadt. Es muss allen gutgehen - und so werde ich mir meine Stadt aussuchen :)
 
 
 
 
Phil Wo Sven Callender Ganz genau - das Problem sehe ich in Frankfurt auch. Deshalb sicherere und zusammenhängendere Radwege schaffen, sodass das Aufbauen einer Angewohnheit auch überhaupt möglich ist (Rad auch für Arbeitsweg / Einkaufen / sogar beim Regen nutzen) Greift leider alles ineinander - Stellplätze und vereinzelt rote Schutzstreifen alleine reichen da nicht. Was uns Menschen bewegt ist ein Mix aus Motivation, Möglichkeit und Aktion. (Behaviour = Motivation + Ability + Trigger) - deshalb fahren auch so viele Menschen in Frankfurt (+Umland) Auto - weil es sehr vereinfacht und komfortabel ermöglicht wird und die Infrastruktur vorhanden ist. Deshalb bin ich in Frankfurt auch so viel mit dem Auto unterwegs, in Berlin 90/10 Fahrrad und in Holland nur noch Fahrrad. Alle Räder, die dann noch im Weg rumstehen markieren und kostenpflichtig entfernen lassen, wie in anderen Ländern :)Die genutzte Parkfläche in Fortbewegungsmittel/Nutzer-Relation gemessen fällt beim Fahrrad aber doch weitaus geringer aus - besonders effizient, wenn ich meine 10 Klappräder einfach im Auto lagere :)
 
 
 
Phil Wo Jens Hollow Ist doch ganz normal, dass man als Frankfurter mit 18 Autos toll findet weil man plötzlich anständig von A nach B kommt, vorher 10 Jahre lang die IAA besucht hat etc. Da wird sich schön durch die Modellpalette probiert - von Smart bis Sprinter, jede Gelegenheit genutzt - alles für die Fahrpraxis. Das Posen war eher auf diese Doku https://www.youtube.com/watch?v=wk3378gUFBI& bezogen (fast 3 Millionen views btw) - das ist so Frankfurt... Und an den dort gut gezeigten Frankfurter Fahrstil übernimmt man als frisch gebackener 18 Jähriger natürlich gerne. Man ist ja so frei und hat Ziele wie etwa die nächste Shishabar ... oder was hat Frankfurt noch zu bieten? Ich weiß, so viel mehr - aber Fahrradwege sind echt Mangelware.Wie gesagt - Autofahren generell ist eine tolle Sache aber es hilft auch echt, sich mal zu reflektieren - wie viele Fahrten in der Innenstadt wären wirklich nötig gewesen usw. - reicht mir Carsharing? Mit welchen anderen Statussymbolen kann man sich sonst profillieren - z.B. Bildung, Lastenfahrrädern?Frankfurt ist so eine kleine Stadt - da muss man es echt verlangen können, auf allen Wegen gleichermaßen smooth von A nach B kommen. Gleichermaßen heißt: Wenn die Innenstadt damals für Kutschen gebaut wurde und die Autos immer größer werden , müssen die SUVs halt draußenbleiben (oder z.B. wenigstens voll besetzt sein, damit sie einen größeren Nutzen bringen und nicht nur Hochtaunusbanker in ihren SUVs zur Arbeit bringen). (draußen: 3 Kilometer oder so, 30 Minuten zu Fuß haben noch niemandem geschadet)
‪Wenn wir als Fahrradfahrer in Deutschland nicht für Sichtbarkeit kämpfen müssten, die etwa auch durch eine sichere und konsistente Infrastruktur gewährleistet werden könnte, gäbe es solche Probleme gar nicht. Wie etwa in den Niederlanden. ‬
 
 
 
Ergibt ja auch durchaus Sinn, auf diese Weise gezielt besonders frequentierte Plätze aufzuwerten (z.B. vor Supermärkten), sodass eine optimale Nutzung (geringe Standzeit) stattfindet und kein Grab für Fahrräder geschaffen wird die dann über mehrere Tage dort ungenutzt abgestellt werden, so wie es auch mit Autos in der Innenstadt noch passiert.
10 Stellplätze anstelle eines durchschnittlichen Autoparkplatzes. Wir reden hier potentiell um 10 mal mehr Menschen, die nun hier parken können. In einer Stadt, in der schlichtweg kein Platz für mehr Autoparkplätze ist und die U/S-Bahn so zentral gebaut ist, dass der Hauptstrang in der Rush Hour schon komplett ausgereizt ist. Nur mit dem Fahrrad, Scooter&Carsharing oder Pooling-Lösungen lässt sich Frankfurt wirklich nachhaltig skalieren.
Alles in allem eine tolle Entwicklung, freue mich auf mehr 🎉
 
 
Phil Wo Sobald ich in meinem Auto schlafen kann, es sich mit anderen Menschen teilen lässt, dynamisches & soziales Carpooling integriert hat und wahrend meiner Arbeitszeit autonom Leute von A nach B bringt, kaufe ich auch gerne wieder ein Auto. Bis dann werde ich auf Fahrrad, Bahn und (Kurzzeit)-Mietwagen zurückgreifen. Ob Lada, Dacia oder BMW ist doch eigentlich auch egal. Fahren und Bluetooth können sie alle.
 
 
 
Ich würde mich in Deutschland als Radfahrer sehr gerne an die StVO halten - aber es gibt ja oft gar keine Straße für Fahrradfahrer und man wird gezwungen, kreativ um die Ecke zu denken. Und bei dem hohen Puls, der dem average Autofahrer in der Innenstadt eher ausbleibt, liebäugelt der ambinitionierte Rad'lfahrer dann doch gerne mit der nächstmoeglichen Grauzone. Man will will ja seinen Flow nicht unterbrechen und irgendwie vorankommen und nicht an jeder Mülltonne 2 Minuten lang gezwungen werden Abgase von anderen Verkehrsteilnehmern einzuatmen, die an der eigenen Kondition und Gesundheit knabbern.
Hier in den Niederlanden fällt mir die Einhaltung der Verkehrsregeln interessanterweise sehr leicht, weil es hier separate Straßen und Ampeln gibt (ja, sogar mit Induktionsschleifen im Boden für Grüne Welle en masse ). Ein klares Verkehrsleitsystem, abgestimmt auf alle Verkehrsteilnehmer (Auto, Fahrrad/Roller, Fußgaenger).
In Deutschland fühle ich mich wie auf einer ständigen Verfolgungsjagd auf einer allein fuer Autos der 70er ausgelegten Straße mit einem von Schlaglöchern übersäten "Schutzstreifen", der eher einem Waldweg in Osteuropa anmutet - nicht besonders safe. (ich mag Osteuropa sehr gerne - aber nur dort faellt die Infrastruktur noch etwas minimalistischer aus und man faehrt mit seinem Auto so, wie es eben geht. Same Debakel in Deutschland als Fahrradfahrer: Man faehrt ganz nach der vorhandenen Radweggestaltung - aeusserst kreativ ;)
 
 
Draußen parken ist selbst in Holland oft kritisch wenn man nicht in den bewachten, zentralen Radparkhäusern an Bahnstationen oder öffentlichen Gebäuden parkt. - und die Holländer fahren trotzdem . Aber da geht auch Funktionalität über Preis - ein Fortbewegungsmittel als Prestigeobjekt ist irgendwie so ein deutsches Ding..
Am besten Rennrad zuhause an der Wand, Klapprad für die Bahn / Urlaub immer ready zum mitnehmen im Eingangsbereich lagern und das rostige Transportfahrrad mit abgetretenem Licht, kaputter Klingel (klaut kein Mensch) immer ready zum Einkaufen vor der Tür. So mache ich es - kein Fahrraddiebstahl in den letzten 10 Jahren und immer mindestens 2 fahrtüchtige Räder. Man hat ja auch Freunde und so...
 
 
 
Phil Wo Martine Richli Ok, so gut wie es mir aus meinen 3 Tagen Duesseldorf in Erinnerung geblieben ist, scheint es doch nicht zu sein :D. Frankfurt hat ja auch seine Vorzeige-Radstreifen (rot lackierter Seitenstreifen) in der Innenstadt - vielleicht ist mir das in Erinnerung geblieben. Aber stadtauswaerts wird die Infrastruktur auch hier sehr inkonsistent und wenig attraktiv.Aber in den Niederlanden sind wir auch sehr verwoehnt, mit Induktionsschleifen (fast immer gruene Welle), Fahrradstrassen ueberall. Es ist einfach sehr befreiend zu wissen, dass man hier in jede Stadt und jedes Dorf mit dem Fahrrad erreichen kann, ohne vorher alle Radrouten und Bodenbeschaffenheiten durchzurechnen. Es ist nur eine Frage der Zeit (oder wie viele Podcasts man waehrend der Fahrt hoert, dann ist es wie Lesen und Sport gleichzeitig). Man darf hier sogar so schnell fahren, wie man moechte, ohne staendig von Autos gehetzt zu werden oder schon ganz devot bei Rot loszufahren, um den Autofahrern nicht so im Weg zu sein. So, wie die deutschen Staedte (und das Umland!) gerade infrastruktuell ausgestattet sind, kann ich mir hoechstens Berlin oder die Niederlande als langfristigen Lebensort vorstellen... Was schade ist, denn sonst ist Frankfurt eine super Heimatstadt...
 
Autofahren kann man immernoch dort, wo der naechste Supermarkt 10km entfernt ist und alles andere lebensgefährlich. In FFM bra4uchte man das theoretisch nicht - wird ja alles in die Stadt geliefert, gibt Carsharing (Auto flexibel nach Bedarf wählen und mit anderen teilen), eine super U-Bahn. Bald auch top Fahrradnetz. In einem Radius von sagen wir 10km kannst du die Karre locker stehen lassen und dann mit Klapprad aus Kofferraum in die Stadt fahren. Wir leben im Luxus aber vielen reicht das bestehende Angebot, das ohne eigenes Auto auskommt wohl nicht. Wir haben 2020, wir wohnen in einer Stadt- weg mit den Panzern, die 23 Stunden nur unsere Straßen blockieren
 
 
Max Harleß Nee, Logistik muss ganz klar freigegeben sein - da wird ja ein Mehrwert für mehrere Menschen geschaffen. Auch lange Zeit gearbeitet in dem Bereich und jeden Tag im Stau gestanden zwischen Leuten, die alleine in ihren SUVs bis in die Innenstadt wollten. Auch wenn sage ich mal das Auto voll besetzt ist kann man das schon belohnen und die Leute in die Stadt lassen - warum nicht... Aber diese ganzen Alleinfahrer könnten auch locker auf Bahn / Statt SUV mal den Carsharing Smart nehmen oder das Fahrrad umsteigen. Einfach die Gesamtlast reduzieren, dann kann man auch noch paar Radwege hinklatschen und wir Logistiker stehen nicht mehr im Stau - ganz schnelle Innenstadtlogistik kann sogar aufs Rad ausgelagert werden wie es schon in NL z.B. passiert
 
 
Phil Wo Logistik & Autos mit hoher Auslastung (z.B. Carsharing): Ja, gerne. Autos für Menschen mit Behinderung, klar.Freizeit-und Komfortzonenautos kann man doch aber auch super an anderer Stelle parken und dann realisieren, dass Berlin ein top ausgebautes Verkehrsnetz hat 🙌. Manchen reicht das Leben im infrastruktuellen Luxus echt nicht...
 
But it's Friday - why don't we grab a beer and come to a good agreement after
 
 
Phil Wo Genau das ! Ich würde mir wünschen, meinen eventuellen Kindern in 10 Jahren ein Deutschland präsentieren zu können, das nicht von Autos dominiert wird oder man sich jede Route nach Sicherheit und Bodenbeschaffenheit berechnen muss und am Ende doch mit dem Auto fährt weil man die Strecke nicht kennt (Hier in NL ist jedes Dorf sauber angeschlossen - man muss sich die Strecke vorher nicht anschauen sondern weiß, dass man sicher von A nach B kommt - und das treibt die Adoption hier voran - obwohl es in den Niederlanden sehr viel regnet (was in DE definitiv ein Grund wäre, das Auto oder die Bahn zu nehmen - leider - ist einfach zu unsicher))Von einer Großstadt in 2020 sollte man erwarten können, dass jedem die freie Wahl gegeben wird, sicher unterwegs zu sein. Sowas wie Elterntaxis gibt es hier auch viel weniger. Ich hoffe, dass sich was ändert, sonst bleibe ich hier und zahle meine Steuern weiterhin in den Niederlanden 😀👍
 
 
In den Niederlanden ganz einfach: Wenn Fahrräder/Autos geradeaus fahren, können keine Autos kreuzen - Links- oder Rechtsabbieger haben dann Rot. Aber nicht lange, da die Ampelphasen dynamisch abgestimmt weden - denn auch die Radspuren haben Induktionsschleifen und kommunizieren mit den Induktionsschleifen der Autos / können abschätzen, wie viele Fahrräder oder Autos sich in einem Bereich aufhalten. Das erlaubt schnelle und sichere Phasenwechsel - für alle Verkehrsteilnehmer. Deshalb - es funktioniert hier und das würde es auch in Deutschland. Aber nur, wenn bundesweit in solche Infrastruktur investiert wird. Regional unterschiedliche Regelungen / Erscheinungsbilder von Radwegen sollte es nicht geben - das führt nur zu Unfällen.
 
In den Niederlanden sind Autofahrer in aller Regel auch Radfahrer - man ist umsichtig und hat sich lieb. Zudem sorgt die Infrastruktur für Konfliktvermeidung. In Deutschland müssen sich beide Aspekte eben noch entwickeln, um ein besseres Miteinander zu schaffen und das Fahrrad nicht nur als Freizeitobjekt zu sehen sondern vollständig und funktional in den Alltag zu integrieren (Für den Arbeitsweg, zum Einkaufen, als Elterntaxi) - so entstehen auch Fahrradfahrer, die das ganze ernst nehmen, sich an Regeln halten, mit Licht fahren - das alles. Als Autofahrer in den Niederlanden muss ich fast nie auf Radfahrer achten, weil sie konsequent von der Fahrspur getrennt sind und in Rechtsabbiegephasen ein rotes Signal bekommen. Auch Ampelphasen sind gut abgestimmt, dass jeder nach angemessener Zeit vom Fleck kommt (Dank Sensorik, die so noch nicht in Deutschland vorhanden ist). Es kann nur besser werden - am Ende selbst für die Autofahrer. Und das sage ich als ehemaliger Autofanatiker (Dort wird man als Frankfurter eben reingeboren). Ich finde aber, dass es nicht sein kann dass man in Frankfurt, einer Stadt, die sich international messen möchte, genauso abhängig vom Auto ist (wenn man unabhängig unterwegs sein möchte) wie in einem bulgarischen Dorf . 🤷🏽‍♂️
 
Phil Wo Echt so - hier in Holland gar kein Problem mit Regenjacke und minutengenauer Regen-App. Für die Regenphasen immer eine Thermoskanne mit Matetee dabei. Ist einfach ein anderer Lifestyle - hat auch bei mir gedauert, mein Frankfurter Attitude (Mantel, Sitzheizung, Regenschirm im Kofferraum und Auto muss immer glänzen) abzulegen. Können tut das jeder - viele brauchen dazu aber die Masse ;)
 
Phil Wo Julia Kerner Aggressive Radler kann man interessanterweise überall dort beobachten, wo die Infrastruktur nicht konsistent ausgebaut ist und man sich durch hektische Fahrweise im Verkehr sichtbar machen muss um nicht übersehen zu werden - es fühlt sich in Deutschland einfach viel zu oft so an, von einem Schwarm von Wespen mit ungeduldigen Gasfüßen über die Straße gejagt zu werden 🤷🏽‍♂️ Als fitter 25 jährige vielleicht noch eine witzige Competition - aber warum trauen sich so wenige ältere Personen aufs Fahrrad? In Deutschland ist Radfahren leider noch eine Art Subkultur . Massenadoption kann nur durch Infrastruktur für die Masse erwirkt werden - und das schafft eine ganz andere Art von Fahrradfahren. Radfahrer die nicht über Rot fahren, weil die Ampelschaltung für Fahrradfahrer optimiert ist (In NL warte ich nie länger als 30 Sekunden auf Grün weil es Induktionsschleifen gibt, die Anzahl Radfahrer messen und spontan 3-5 Sekunden für die Radfahrer einbuchen. warum also über Rot fahren. Radfahrer brauchen keine 30 Sekunden Ampelphase mit 2 Minuten Wartezeit. Dadurch sind Leute motivierter, fahren jeden Tag und kümmern sich darum dass ihr Fahrrad jeden Tag einsatzbereit ist - zum Beispiel sogar mit funktionierendem Licht (denn dafür zahlt man in NL pro fehlender Lampe 55 EUR Strafe! - Also es kann nur besser werden :) Ich bin auch nicht happy, wie sich manche Radfahrer in DE verhalten - aber es kommt auch echt auf die Umgebung und Umstände an
Aggressive / Ungeübte Radler kann man interessanterweise überall dort beobachten, wo die Infrastruktur nicht konsistent ausgebaut ist und man sich durch hektische Fahrweise im Verkehr sichtbar machen muss um nicht übersehen zu werden - es fühlt sich in Deutschland einfach viel zu oft so an, von einem Schwarm von Wespen mit ungeduldigen Gasfüßen über die Straße gejagt zu werden
 
Als fitter 25 jährige vielleicht noch eine witzige Competition - aber warum trauen sich so wenige ältere Personen aufs Fahrrad? In Deutschland ist Radfahren leider noch eine Art Subkultur . Massenadoption kann nur durch Infrastruktur für die Masse erwirkt werden - und das schafft eine ganz andere Art von Fahrradfahren. Radfahrer die nicht über Rot fahren, weil die Ampelschaltung auch für Fahrradfahrer optimiert ist (In NL warte ich nie länger als 30 Sekunden auf Grün weil es Induktionsschleifen gibt, die Anzahl Radfahrer messen und spontan 3-5 Sekunden für die Radfahrer einbuchen. warum also über Rot fahren. Radfahrer brauchen keine 30 Sekunden Ampelphase mit 2 Minuten Wartezeit. Dadurch sind Leute motivierter, fahren jeden Tag und kümmern sich darum dass ihr Fahrrad jeden Tag einsatzbereit ist - zum Beispiel sogar mit funktionierendem Licht (denn dafür zahlt man in NL pro fehlender Lampe 55 EUR Strafe! - Also es kann nur besser werden
Ich bin auch nicht happy, wie sich manche Radfahrer in DE verhalten - aber es kommt auch echt auf die Umgebung und Umstände an. Mit konsistenter und funktionierender Infrastruktur funktionieren langfristig auch die Radfahrer besser und zeigen eine konsistentere Fahrweise
 
Phil Wo Jo - Und nach der Pandemie muss das Pendel-Carpooling gefördert werden. Parkpreis in der Innenstadt wird durch Größe des Fahrzeugs / Anzahl Mitfahrer berechnet ;) Gibt sicherlich genug Speckgürtel-Pendler, die aus der gleichen Ecke kommen, jeden Tag die gleiche Strecke zur selben Uhrzeit fahren aber sich nicht kennen. Und dann schön zentrales Parkhaus 3km von der Innenstadt, von dem aus jeder mit seinem Klapprad "die letzte Meile" zurücklegen kann ;) - Fünf davon passen locker in einen SUV-Kofferraum
 
Phil Wo Gut, da ich in den Niederlanden wohne, kann ich glücklicherweise (sicher, einfach und CO2-arm) mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren und den oft minimal besetzten Autos bei der Parkplatzsuche zuschauen . Ich würde eine solche Entwicklung begrüßen, gerade wenn Autos autonomer werden und zunehmend nach abgespaceten Wohnzimmern aussehen wäre das doch der perfekte Ort, um vor der Arbeit mit anderen zu netzwerken, sich weiterzubilden etc. (und passiv daran zu verdienen / Autos crowd-finanzieren). Sonst sehe ich eher eine Zukunft, wie sie in Wall-E aufgezeigt wird: bewegungsarme Menschen, die 24/7 in ihren Ego-Kapseln verbringen und einweg-Kaffee trinken :D (Bin absolut nicht gegen Autos oder so, bin begeisterter Auto-und Radfahrer - ich frage mich nur, was im Hinblick auf heutige Technologien noch zeitgemäß ist und wie viel Luxus sich jeder einräumen sollten dürfte, ohne dafür mehr zu bezahlen)
 
 
Phil Wo Einmalig? In den Niederlanden ist die Geschwindigkeitsbegrenzung ganz normal in engen Flaniermeilen und meines Erachtens sehr wichtig für ein ungestörtes Shopping-Erlebnis (Wenn diese Bereiche nicht sogar komplett Auto/Rad-befreit gestaltet wurden, was dann allerdings eine gute Umfahrungs-Infrastruktur sowie durchdachtes Parksystem erfordert. Dass es in NL scheinbar gut durchdacht wurde, sieht man daran, dass die Innenstädte dennoch gut gefüllt sind. Vielleicht ist es gerade dieses "Auto/Fahrrad fußläufig abstellen und sich bewusst Zeit zum Einkaufen einräumen" anstelle von "wild direkt vor der Drogerie parken und nur eine Zahnbürste kaufen" ). Ich würde aus meinen Beobachtungen hier behaupten, dass Auto/Fahrradfreie Innenstädte mit fußläufiger Parkinfrastruktur ihre Besucher zu besser geplanten Einkäufen einladen und generell ein stressbefreiteres "Erkunden" erlauben. Und das sage ich als begeisterter Auto- und Fahrradfahrer!
 
 
Phil Wo Was mich in Berlin allerdings oft erst dazu bewegt hat, überhaupt schnell zu fahren (Man munkelt sogar, auch zum ein oder anderen Rotlichtverstoß), waren die auf Autos optimierten, unberechenbaren Ampelschaltungen, die gerne mal 2-3 Minuten zur Route beigetragen haben. In den Niederlanden werden doppelte Induktionsschleifen, oftmals auf allen Spuren (Auto, Rechtsabbieger, Fahrrad separat) eingesetzt, um immer die Seite mit den meisten wartenden Personen zu priorisieren und jedem Fahrstreifen eine adäquate Phase einzuräumen. Radfahrer sind nämlich nicht auf die langen Ampelphasen angewiesen, wie etwa Autos oder Fußgänger - deshalb können sogar Rechtsabbieger und Radstreifen sicher getrennt werden.https://www.youtube.com/watch?v=knbVWXzL4-4&t=1s
 
 
 
Phil Wo Kristin Valland - Die Meisten fahren hier tatsächlich mit 1-Gang Hollandrad (ohne Schnickschnack, wird eh nur geklaut) - das gibt so eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 18 km/h her und entsprechend reicht das den meisten Menschen auch. Warum? Ampelschaltungen sind hier besonders optimiert. Wenn die Ampel nicht schon am herannahen auf Grün umspringt, dann ganz sicher binnen 30 Sekunden, weil immer die Seite der Kreuzung priorisiert wird, an der auch Fahrräder (oder noch besser, eine Tram) wartet. Sensoren können erkennen, wie viele warten und wie lange genau die Ampelphasen sein müssen. In der Regel weitaus kürzer als die normale Fuß/Rad Kombiampel in Deutschland - immer das größtmögliche Glück für die größte Masse in dem Moment: https://www.youtube.com/watch?v=knbVWXzL4-4&t=1s)Alles, was motorisiert ist und >20km/h auf dem Radweg fährt, braucht ein blaues Kennzeichen. Ich komme hier also dank dieser guten Ampelschaltungen auf eine ähnliche Durchschnittsgeschwindigkeit wie in Berlin, nur dass ich dort Rennrad mit Peaks rund um 27km/h gefahren bin, um die teils 2-3 Minuten Wartezeit an der Ampel zu kompensieren 🤷🏽‍♂️. Also rundum entspanntere Mentaliät hier. Wer überholen will, kann das gerne - Radwege sind mit 2m breit genug - die meisten fahren aber rechts und einigen sich auf entspannte ~18km/h - man wird ja nicht von Autos/Rennrädern gejagt und der grünen Welle muss man auch nicht hinterherjagen
 
Phil Wo Julia Kerner Aggressive Radler kann man interessanterweise überall dort beobachten, wo die Infrastruktur nicht konsistent ausgebaut ist und man sich durch hektische Fahrweise im Verkehr sichtbar machen muss um nicht übersehen zu werden - es fühlt sich in Deutschland einfach viel zu oft so an, von einem Schwarm von Wespen mit ungeduldigen Gasfüßen über die Straße gejagt zu werden 🤷🏽‍♂️ Als fitter 25 jährige vielleicht noch eine witzige Competition - aber warum trauen sich so wenige ältere Personen aufs Fahrrad? In Deutschland ist Radfahren leider noch eine Art Subkultur . Massenadoption kann nur durch Infrastruktur für die Masse erwirkt werden - und das schafft eine ganz andere Art von Fahrradfahren. Radfahrer die nicht über Rot fahren, weil die Ampelschaltung für Fahrradfahrer optimiert ist (In NL warte ich nie länger als 30 Sekunden auf Grün weil es Induktionsschleifen gibt, die Anzahl Radfahrer messen und spontan 3-5 Sekunden für die Radfahrer einbuchen. warum also über Rot fahren. Radfahrer brauchen keine 30 Sekunden Ampelphase mit 2 Minuten Wartezeit. Dadurch sind Leute motivierter, fahren jeden Tag und kümmern sich darum dass ihr Fahrrad jeden Tag einsatzbereit ist - zum Beispiel sogar mit funktionierendem Licht (denn dafür zahlt man in NL pro fehlender Lampe 55 EUR Strafe! - Also es kann nur besser werden :) Ich bin auch nicht happy, wie sich manche Radfahrer in DE verhalten - aber es kommt auch echt auf die Umgebung und Umstände an
 
 
Phil Wo Das hängt aber alles mit politischen Entscheidungen zusammen. Amsterdam wäre auch fast zu einer autodominierten Stadt verbastelt wordenhttps://www.youtube.com/watch?v=vI5pbDFDZyISo ist es Rotterdam nach dem 2.WK auch ergangen - die Fahrradinfrastruktur wurde hier nachträglich hinzugefügt, daher ein gutes Beispiel für andere Städte. Und klar, das braucht Zeit. NL ist ständig dabei, Zahlen zu analysieren, aktiv zu schauen, wo wie viel Verkehraufkommen ist, wo Unfälle passieren, um Projekte entsprechend zu priorisieren und keine "tote Infrastruktur" zu bauen. Denn der Platz ist auch hier begrenzt. Während Corona war ich drei Monate in Deutschland - in der Zeit wurden hier drei noch vergleichsweise gefährliche Stellen ausgebessert. Das ist ein Projekt für die nächsten Jahrzehnte - Popup-Radwege etwa sind nett gemeint aber zu kurz gedacht. Es wird Jahre dauern, bis wir eine Infrastruktur haben, die für alle kompatibel ist (Radfahrer und Fußgänger voneinander schützt, Autofahrer davor bewahrt, ungünstige Unfälle zu bauen und Logistik / Polizei & RTW alternative Wege bietet)Also: Bessere Stadtplanung ist angesagt - mehr Zusammenarbeit auf Bundesebene und vor allem: Designguidelines, denen neue Straßenprojekte folgen müssen (auch, wenn Straßen ausgebessert werden) - denn nur so bekommt die Niederlande ihre konsistente Infrastruktur hin. Und wenn man zusammen plant, spart man auch an Beratern, die für individuelle Projekte beauftragt werden.
 
 
Absolut. Kaum etwas ist wohl befreiender als finanzielle Freiheit - und ohne Auto kann jeder dieser Freiheit ein Stück näher kommen. Mit dem Fahrrad bin ich im Übrigen auch weitaus häufiger in der Stadt und kaufe ein. Da man Autos und Fahrräder hier an zentralen Parkplätzen abstellen muss, auch viel viel bewusster und geplanter - statt überstürzter Individualeinkäufe mit wildem zweite Reihe-geparke, welche man häufig in Deutschland sieht. Wenn man hier einkaufen geht, muss man sich die Zeit nehmen - aber die hat man dann auch. Zeit, um sehr viel Geld in lokalen Geschäften auszugeben. Mit Fahrrädern lassen sich ganz andere Kapazitäten in den Innenstädten erreichen.
Die toten Innenstädte in DE, die man während des Lockdowns sehen konnte, gab es hier nicht. Fahrradparkplätze voll, Einlasstopps in Geschäften... Business as usual.
Niederländische Städte zeigen, dass Auto-und Fahrradfreie Innenstädte in keinster Weise den Konsum abschwächen und Logistik ohne Probleme funktioniert.
 
 
Wenn es denn so einfach wäre mit der Stadtplanung.
Popup-Radwege etwa sind supernnett gemeint und eine tolle Idee aber imho zu kurz gedacht für eine komplexe Aufgabe, die Zeit braucht. Die Niederlande z.B. ist ständig dabei, Statistiken auszuwerten, aktiv zu schauen, wo wie viel Verkehraufkommen ist, wo Unfälle passieren, um Projekte entsprechend zu priorisieren und keine "tote Infrastruktur" zu bauen. Denn der Platz ist auch hier begrenzt - und smarte Ampelschaltungen mit Induktionsschleifen für Radfahrer etwa braucht man echt nicht überall - aber dort, wo es für alle Verkehrsteilnehmer schnell gehen soll. Sicher sein sollte es ohnehin überall.
Während Corona war ich drei Monate in Deutschland - in der Zeit wurden hier drei noch vergleichsweise gefährliche Stellen ausgebessert. Keine radikale Veränderungen, aber einfach sehr gut geplant.
In Deutschland sehe ich es daher eher als ein Projekt für die nächsten Jahrzehnte . Es wird Jahre dauern, bis wir eine Infrastruktur haben, die für alle kompatibel ist (Radfahrer und Fußgänger voneinander schützt, Autofahrer davor bewahrt, ungünstige Unfälle zu bauen und Logistik / Polizei & RTW alternative Wege bietet). Denn so ist es auch hier: Radinfrastuktur darf und muss nicht zum Nachteil anderer Verkehrsteilnehmer werden. Das ist sie aber leider, wenn überstürzt und nicht gänzlich neu geplant wird. Und das ist gefährlich, da so neue Spannungen zwischen Radfahrern und Autofahrern aktiviert werden. Spannungen, die es in den Niederlanden nicht gibt, weil die Infrastruktur gut getrennt ist.
Also: Bessere Stadtplanung ist angesagt - mehr Zusammenarbeit auf (EU) & Bundesebene und vor allem: Designguidelines, denen neue Straßenprojekte folgen müssen (auch, wenn Straßen ausgebessert werden) - denn nur so bekommt die Niederlande ihre konsistente Infrastruktur hin. Und wenn man zusammen plant, spart man auch an Beratern, die für individuelle Projekte beauftragt werden.
 
 
Wenn es denn so einfach wäre mit der Stadtplanung.
Popup-Radwege etwa sind supernnett gemeint und eine tolle Idee aber imho zu kurz gedacht für eine komplexe Aufgabe, die Zeit braucht. Die Niederlande z.B. ist ständig dabei, Statistiken auszuwerten, aktiv zu schauen, wo wie viel Verkehraufkommen ist, wo Unfälle passieren, um Projekte entsprechend zu priorisieren und keine "tote Infrastruktur" zu bauen. Denn der Platz ist auch hier begrenzt - und smarte Ampelschaltungen mit Induktionsschleifen für Radfahrer etwa braucht man echt nicht überall - aber dort, wo es für alle Verkehrsteilnehmer schnell gehen soll. Sicher sein sollte es ohnehin überall.
Während Corona war ich drei Monate in Deutschland - in der Zeit wurden hier drei noch vergleichsweise gefährliche Stellen ausgebessert. Keine radikale Veränderungen, aber einfach sehr gut geplant. War echt überrascht, als ich zurückkam.
In Deutschland sehe ich es daher eher als ein Projekt für die nächsten Jahrzehnte . Es wird Jahre dauern, bis wir eine Infrastruktur haben, die für alle kompatibel ist (Radfahrer und Fußgänger voneinander schützt, Autofahrer davor bewahrt, ungünstige Unfälle zu bauen und Logistik / Polizei & RTW alternative Wege bietet). Denn so ist es auch hier: Radinfrastuktur darf und muss nicht zum Nachteil anderer Verkehrsteilnehmer werden. Das ist sie aber leider, wenn überstürzt und nicht gänzlich neu geplant wird. Und das ist gefährlich, da so neue Spannungen zwischen Radfahrern und Autofahrern aktiviert werden. Spannungen, die es in den Niederlanden nicht gibt, weil die Infrastruktur gut getrennt ist und spezielle Ampelschaltungen gefährliche Abbiegesituationen vermeiden.
Also: Bessere Stadtplanung ist angesagt - mehr Zusammenarbeit auf (EU) & Bundesebene und vor allem: Designguidelines, denen neue Straßenprojekte folgen müssen (auch, wenn Straßen ausgebessert werden) - denn nur so bekommt die Niederlande ihre konsistente Infrastruktur hin. Und wenn man zusammen plant, spart man auch an Beratern, die für individuelle Projekte beauftragt werden.
 
 
Wenn es denn so einfach wäre mit der Stadtplanung.
Popup-Radwege etwa sind supernnett gemeint und eine tolle Idee aber imho zu kurz gedacht für eine komplexe Aufgabe, die einfach Zeit braucht. Die Niederlande ist z.B. ist ständig dabei, mithilfe von digitalen Verkehrszählern das Aufkommen von Fahrrädern an verschiedenen Orten zu tracken, Statistiken auszuwerten, aktiv zu schauen, wo wie viel Verkehraufkommen ist, wo Unfälle passieren, um Projekte entsprechend zu priorisieren und keine "tote Infrastruktur" zu bauen.
Denn der Platz, gerade bei der hohen Bevölkerungsdichte in Niederländischen Städten ist begrenzt - und smarte Ampelschaltungen mit Induktionsschleifen für Radfahrer etwa braucht man echt nicht überall - aber dort, wo es für alle Verkehrsteilnehmer zur Rush Hour schnell gehen soll sind diese zumindest hier nicht mehr wegzudenken. Sicher sein sollte es ohnehin überall.
Ich hoffe sehr, das wurde in der Zeit auch in Berlin ausgiebig getan, um den Fahrradfluss zu analysieren und relevante Knotenpunkte zu ermitteln. Das ist elementar, um besser für permanente, zusammenhängende und gut integrierte Rad-Infrastruktur zu planen. Sonst wird eventuell Infrastruktur gebaut, die kaum auf die lokalen POIs der Radfahrer zugeschnitten ist.
Während Corona war ich drei Monate in Deutschland - in der Zeit wurden hier in NL drei noch vergleichsweise gefährliche Stellen ausgebessert. Keine radikale Veränderungen, aber einfach sehr gut basierend auf Daten geplant. War echt überrascht darüber, als ich nach NL zurückkam.
In Deutschland sehe ich es daher eher als ein Projekt für die nächsten Jahrzehnte . Es wird Jahre dauern, bis wir eine Infrastruktur haben, die für alle kompatibel ist (Radfahrer
und Fußgänger voneinander schützt, Autofahrer davor bewahrt, ungünstige Unfälle zu bauen und Logistik / Polizei & RTW Ausweichmöglichkeiten bei starken Verkehrsaufkommen bietet (etwa Hybrid
Rad
, Fußgänger und -Logistikstreifen wie in NL).
Denn so ist es auch hier: Radinfrastuktur muss und soll gar nicht zum Nachteil anderer Verkehrsteilnehmer werden. Das wird sie aber leider, wenn überstürzt und nicht gänzlich neu geplant wird. Und das ist gefährlich, da so neue Spannungen zwischen Radfahrern und Autofahrern aktiviert werden. Spannungen, die es in den Niederlanden nicht gibt, weil die Infrastruktur gut getrennt ist und etwa durch spezielle Ampelschaltungen gefährliche Abbiegesituationen vermieden werden (Und, weil einfach jeder hier
Rad
fährt, weil es für jeden extrem einfach und sicher gemacht wurde. Dass es zur Gesundheit aller beiträgt, mal ganz ausgenommen. )
Ich habe keineswegs das Gefühl, in den Niederlanden in einer Fahrraddiktatur zu leben - es wurde einfach alles ziemlich gut geplant. Auch mit dem Auto fahre ich gerne hier, mit dem sicheren Gefühl, keinen Radfahrer umnieten zu können, weil es einfach gut gebaut und vernetzt wurde - man hat als Autofahrer die Straße komplett für sich, ist das nicht geil?
Also Berlin, nimm dir Rotterdam zum Beispiel. Rotterdam wurde nach der Zerstörung im 2.WK auch zu einer auto-dominierten Stadt verbastelt. Davon ist Amsterdam gerade so verschont geblieben. Die Radinfrastruktur in Rotterdam wurde also nachträglich hinzugefügt. Wenn Rotterdam das kann, kann Berlin das erst recht.
Also:
Bessere Stadtplanung ist angesagt - mehr Zusammenarbeit auf EU - und Bundesebene und vor allem: Designguidelines, denen neue Straßenprojekte folgen müssen (auch, wenn Straßen nur ausgebessert werden) - denn nur so bekommt die Niederlande ihre landesweite, konsistente Infrastruktur hin. Und wenn man zusammen plant, spart das auch an Beratern, die für individuelle Projekte beauftragt werden.
 
 
 
Deutschland hat gleich mehrere Probleme, die überhaupt zur Erschaffung der beiden Lager "Autofahrer" und "Fahrradfahrer" geführt haben.
  • Radfahren meistens nur ein Hobby (oft falsches Rad, nicht wirklich alltagstauglich, wird nicht richtig instandgehalten, keine richtige Regenjacke)
  • Autofahrern fehlt die doppelte Kompetenz (sie fahren oft nur mit dem Auto, kennen die Perspektive als Radfahrer nicht)
  • Die Infrastruktur ist nur auf Autos ausgelegt (es fehlen getrennte Spuren, sowie smarte Ampeln, die den Verkehr auf den Spuren sekundengenau regeln können)
 
 
Was Deutschland wirklich braucht ist ein Wandel von Sport - und Freizeiträdern zu Utility Bikes, die wirklich alltagstauglich sind. Nur, wenn Leute es lernen, das Rad jeden Tag zu nutzen, sind sie mit zunehmender Sicherheit unterwegs. In Kombination mit guter Infrastruktur braucht es dann auch keine Kennzeichen mehr, weil Radfahrer dann genausogut von Autos isoliert sind, wie es Fußgänger sind.
 
Absolut! Das Rennrad wird oft als Enabler gesehen, um schnell sichtbar (meins ist blau) durch den Innenstadtdschungel voller SUVs zu hacken. Der Wandel zu Utility Bikes sollte ASAP passieren:
 
Seitdem ich in den Niederlanden wohne, fahre meistens nur noch mit dem Omafahrrad und bestreite damit sicher und bequem meinen Alltag. Das Fixie hängt nur noch an der Wand und errinert mich an eine Zeit geprägt von knappen Situationen im Berliner Stadtverkehr (der meines Erachtens immernoch besser läuft als z.B. Frankfurt)
 
 
Grüße aus den Niederlanden, wo trotz weitaus höherer Fahrraddichte keine Kennzeichenpflicht für notwendig erachtet wird. Zu viel Bürokratie für ein Fahrzeug, mit dem im Schnitt lockere 18 km/h in Isolation zur Autofahrspur und Fußweg gefahren werden. Fußgänger haben ja auch keine sichtbaren Kennzeichen. Auch die Schweiz hat es nach einer Testperiode wieder abgeschafft.
Ausnahme sind hier Fahrzeuge, die ohne Körperkraft betrieben werden können und bis 25km/h (blaue Kennzeichen) oder bis 45 km/h fahren und die Straße nutzen müssen (gelbe Kennzeichen) - diese, kennzeichenpflichtigen KFZ sind auch verhältnismäßig in die meisten Unfälle verwickelt. Also: Für E-Bikes, ja - für normale Fahrräder, nein!
 
 
Jup, Das Rennrad wird oft als Enabler gesehen, um schnell und sichtbar (meins ist blau) durch den Innenstadtdschungel voller SUVs zu hacken. In Deutschland teilweise nachvollziehbar, da hier bisher nur wenig schützende Infrastruktur im Spiel ist. Einerseits verhilft dieses schnelle und hektische Gefahre (mit ständigem Rundumblick) zu höherer Sichtbarkeit im Verkehr - es sollte aber nicht sein müssen. Wilde Rennradfahrer und ungeduldige Gaspedal-Junkies vertragen sich nicht gut.
Der Wandel zu Utility Bikes sollte ASAP passieren, um geübtere Fahrer auf die Straße zu bringen - dafür braucht es aber auch die entsprechende Infrastruktur. Sonst wird es nur noch mehr tote Verkehrsteilnehmer geben, die aufgrund schlechter Sichtbarkeit / Übervorsichtigkeit an Kreuzungen oder Dooring-Zonen verenden.
https://thedriven.io/2020/10/15/forget-your-fixie-were-more-likely-to-ride-bikes-if-they-can-carry-stuff/
 
 
 
Wir brauchen echt bessere Infrastruktur in DE - Hier in NL kommt man weder mit Autos noch Fußgängern in Berührung - die Ampelschaltungen sind aber gleichzeitig so auf Radfahrer optimiert, dass man gar nicht schnell fahren muss. Es wurde hier eine Infrastruktur gebaut, die viel besser auf individuelle Bedürfnisse aller eingeht - und so trauen sich auch mehr Leute aufs Fahrrad - vor allem jene, die sich an Regeln halten - nicht nur verrückte Rennradenthusiasten die nach Geschwindigkeit fahren.
Die Leute verhalten sind auch generell nicht so "aufgeblasen" wie in Frankfurt - alles bisschen entspannter. Es gibt nicht "Autofahrer" oder "Radfahrer" - jeder ist irgendwie alles und kann sich in alle Perspektiven hineinversetzen.
 
 
 
 
 
Frankfurt: 🚙35% 🚊45% 🚴‍♀️20% Berlin: 🚙10% 🚊60% 🚴‍♀️30%
Den Haag: 🚙5% 🚊10% 🚴‍♀️85%
 
Armin Diez Ich denke schon. Zum einen nehmen Radfahrer nur 1/10 des Platzes ein. Vor allem aber, da es einen Zusammenhang zwischen Vorhandensein attraktiver Infrastruktur und zunehmender Nutzung gibt. Ich konnte es persönlich an meinem Verkehrsmix in verschiedenen Städten beobachten.
Frankfurt:
Die Niederländer haben einfach die Expertise darin, attraktive Infrastruktur für alle zu schaffen - ohne Autos, Radfahrer oder Fußgänger zu benachteiligen. Alles macht gleichermaßen Spaß und ist sicher. Und hier hat es vor 50 Jahren auch mit Bildern wie oben angefangen.
Es gibt auch zahlreiche Studien dazu, dass mehr Infrastruktur für Autos eben nicht zur Entlastung führt, sondern zu mehr Verkehr.
 
notion image
 
In den Niederlanden haben wir nicht nur saftige Strafen für Autofahrer, sondern auch für Fahrradfahrer: Falschparken 20 EUR (aber mit Service - wird auch gerne mal wieder aufgepumpt und verkehrssicher gemacht!)
55 EUR pro fehlendem Licht, 40 EUR pro Reflektor... Also, die Leute halten sich dran und es gibt keinen Stress zwischen Rad- und Autofahrern
(Sowieso nicht, weil die Straßen und Ampeln so entwickelt wurden, dass sie Fehler Aller miteinberechnen) Wenn ich also sehe, wie hier in Infrastruktur investiert wird, zahle ich gerne mal was. Die Strafen werden zwar nicht am Gehalt festgemacht, sondern eher am Verkehrsmittel (Radinfrastruktur kostet eben auch weitaus weniger als Infra für Autos). Die richtigen Füchse, egal ob Niedriglohn oder wohlhabend fahren also überwiegend Fahrrad
 
 
 
Das spricht allerhöchstens für die Kapazitätenerweiterung der Verkehrsmittel, die wirklich hohe Volumen mit geringem Platzaufwand befördern können. (Höhere Taktung der Öffis (wenn das nicht geht, vielleicht wie in Berlin eine Ringbahn um den Hauptstrang zu entlasten) / Sinnvoller Ausbau zusammenhängender Fahrradinfrastruktur) - es sind leider mehr Autos (und v.a. größere Modelle) unterwegs, als in den 70ern. Autofahren macht schon Bock - aber in Gegenden mit hoher Bevölkerungsdichte eher nicht. Warum viele das nicht begreifen? Werbespots zeigen SUVs im Naturumfeld mit freier Strecke aber eben nicht im Großstadtdschungel. Schlechte Erfahrungen wie Staus, Huperei aus dem Alltag werden bewusst verdrängt und mit guten Erinnerungen überschrieben - was im Kopf vorherrscht, sind doch die Eindrücke aus der Werbung oder dem letzten Mallorca-Urlaub (Oder die spontanen Ausflüge zu Megges um 3 Uhr nachts auf ein McSundae Karamell - weil Straße frei, Parkplatz gefunden)
Hier ein kleiner Vergleich von vor 40 Jahren, als die Infrastruktur in NL noch nicht so ausgereift war und dieselbe Debatte dort geführt wurde. Identische Anzahl an Menschen, unterschiedliche Verkehrsmittel.
 
Tobias Graf Stimmt, dann liegt der Dreck wenigstens wieder schön wahrnehmbar auf der Straße und die Leute fangen vielleicht damit an, nur noch dringend notwendige Individualfahrten anzutreten, um nicht die ganze Stadt zu verdrecken.
Die Innovation des Autos bestand darin, den Müll immer weiter aus dem Sichtfeld des Fahrers zu schaffen also entweder in die Luft zu blasen oder in der Zukunft irgendwo endzulagern. Out of sight, out of mind
Hauptsache Fahrspaß.
 
 
 
Hier, solche Ampeln mit Sensoren für alle Verkehrsmittel - jedes Verkehrsmittel hat seine eigene Phasendauer, je nach Verkehrsaufkommen - super effizient, super motivierend für alle Beteiligten - immer die Seite mit den meisten wartenden Menschen!-nicht Autos bekommt zuerst Grün
Deshalb immer gut, wenn auch viele Radfahrer unterwegs sind - denn die können ausschlaggebend dafür sein, dass eine Seite schneller grün bekommt. Hier ist man ggü. der Radfahrer entsprechend sogar dankbar. Ein schönes Miteinander. Sobald ich wieder nach FFM komme, höre ich direkt Leute rumblöken "der ist
oder
" whatever - habt euch doch lieb
 
 
 
Muss echt einiges passieren - die Infrastruktur in DE ist nicht optimal für beide Seiten, selbst als Autofahrer macht es mir mehr Spaß in NL zu fahren, weil alles so gebaut wurde, dass selbst bei 10x mehr Radfahrern nichts schlimmes passieren kann - sauber getrennt und da wo man aufpassen muss (z.B. beim abbiegen), ist die straße so gestaltet dass man ganz natürlich bisschen langsamer fährt.
In NL sind so viele LKW mit Fahrern aus ganz Europa unterwegs - aber Rechtsabbiegeunfälle passieren trotzdem seltenst.
Aber da ist eh nicht dieses Fahrradfahrer vs Autofahrer Stimmung - jeder kennt beide Perspektiven, ist geübt und fährt je nach Bedarf - Strafen gibt es genauso für Autofahrer und Radfahrer, deshalb fahren Radfahrer z.B. auch immer mit licht, stellen ihr Rad nicht mitten auf dem Gehweg ab (es gibt allerdings auch einfach die gleiche Infrastruktur für Autos und Radfahrer: gute Straßen, Parkhäuser&Parkplätze, eigene Ampelphase etc ) Wahlfreiheit ohne sicherheitsrisiko - deshalb sieht man auch so viele Kinder und Omas radfahren hier - so ungeübte gelegenheits-Rennrad typen, die 1x pro Woche Brötchen holen und dann kreuz und quer fahren und dadurch von Autofahrern (manchmal zurecht "scheiß Radfahrer") gehasst werden und natürlich im Kopf bleiben, gibt es zwar in Berlin - aber hier in NL z.B. nicht. Menschen fahren so, wie die Infrastruktur es vorgibt. Wenn die Infrastruktur inkonsistent / irritierend ist, müssen entweder die Menschen aufpassen oder es kommt es zu Unfällen.
 
 
 
Melanie Atay Fahrradführerschein bin ich voll dabei - in NL fängt das schon in der Schule an. Während in Deutschland vielleicht ein Tag für Fahrradbildung "geopfert" wird, muss man in NL ein Examen (Theorie / Praxis) bestehen - es wird von Anfang an so ernstgenommen wie der Führerschein. Man ist ja auch ein gleichberechtigter Verkehrsteilnehmer und sollte sich so verhalten.
Der Führerschein selbst hat hier irgendwie auch weniger Stellenwert - man kennt die Regeln ja schon und macht ihn oft erst wenn man gedenkt, ein Auto zu brauchen (Ein Arbeitskollege hat ihn erst mit 35 gemacht, meine Mitbewohnerin mit 25 um in den USA nicht aufgeschmissen zu sein)
Kennzeichen nein - Verkehrsbildung und Verkehrsinfrastruktur sind die Lösung. Kennzeichen lohnen sich verwaltungstechnisch nicht und wurden deshalb auch in der Schweiz wieder abgeschafft. Auch in NL gibt es das nicht, trotz weitaus mehr Fahrradnutzer. Die Größten Delikte gehen von Fahrern motorisierter Fahrzeuge aus - aber versuche dir mal, das Kennzeichen eines wegfahrenden Motorrollers aufzuschreiben. Klar, Deutschland hat eine Vorliebe für Bürokratie aber ineffizient sollte es nicht werden Als nächstes noch Kennzeichen für Fußgänger. Ach ja - gibt es: In China. Nennt sich Totalüberwachung mit Gesichtserkennung
 
 
Steffen Schade Kommt alles - mit der Habitualisierung und Ansprechen neuer Zielgruppen, die sich bisher nicht aufs Rad getraut haben entwickelt sich eine ganz andere Fahrradkultur. Die Gelegelheitssportrennradfahrer mit leerem Anstecklicht verschwinden dann nach und nach. Mehr Standardräder mit Transportfunktion / fest installiertem Licht die auch zum Pendeln und Einkäufe geeignet sind. Hier in NL fährt jeder mit Licht - gibt auch saftige Strafen (55 EUR pro fehlendem Licht - 90 EUR für Handy bei der Fahrt - 25 EUR für Falschparken) - aber Kennzeichen gibt es auch hier nicht - Verstöße bei motorisierten Fahrzeugen ist selbst bei einem Vielfachen der FahrradnutzerInnen viel höher.
 
 
 
In Amsterdam gibt es verschiedene Verkehrsnetze (je nach Verkehrsmittel bekommt man also verschiedene Routen für das gleiche Ziel angezeigt)
So gibt es Stränge, in denen Autos Priorität haben (selbst hier aber getrennte Radwege), autoberuhigte Seitenstraßen für Fahrradverkehr und ÖPNV-priorisierte Straßen. Schaut's euch an: Funktioniert gut - man kommt sich nicht in die Quere und hat Spaß, egal ob mit Auto oder Fahrrad.
 
 
 
Es muss eine Infrastruktur sein, in der sich selbst 30 km/h für Autofahrer "schnell genug" anfühlen. Langgezogene, breite Straßen verleiten zum Rasen - da hilft das Tempo 30-Schild nicht wirklich.
 
 
 
 
Die Rechnung ist einfach: Mehr Budget für gute Fahrradinfrastruktur, die viel mehr Menschen pro m² befördern kann = Modal shift = Weniger Bedarf an teurer, instandhaltungsbedürdtiger Infrastruktur für Autos. Von non-monetären Nebeneffekten (Gesundheit der Bevölkerung / Umwelt / Umsatzsteigerung durch Kapazitätssteigerung in der Innenstadt) gar nicht zu sprechen.
Den Haag investiert in den nächsten 5 Jahren ~70 Millionen EUR in
  • Infrastruktur, um auch die Vororte besser anzubinden (obwohl es schon ziemlich gut ist - im Vergleich zu den Inkonsistenzen die man hat, sobald man die Frankfurter Stadtgrenze verlässt oder nach Frankfurt pendeln möchte).
Klingt erstmal viel - davon kann man nicht einmal 5km Autobahn bauen. Also Frankfurt - richtige Richtung - in solchen Dimensionen muss man sprechen.
 
 
In den Niederlanden ist sicherer Verkehr für alle und damit kompromisslose Wahlfreiheit des Verkehrsmittels kein Luxusprodukt mehr. Auch NL war mal ein "Autoland", hat in den 70ern aber gemerkt dass autofokussierte Verkehrspolitik in eine Sackgasse führt - und heute sind selbst konservative & liberale Parteien und PolitikerInnen von der Infrastruktur überzeugt. Niemand würde diese 50 Jahre Forschung und Optimierung des Verkehrs rückgängig machen. Und ich finde, hier könnte sogar die CDU mal sagen "Hey, das funktioniert doch da drüben - wir stehen auf etablierte Sachen - lass uns das doch mal eben kopieren" und die FDP könnte sagen "Mehr Leute sicher aufs Rad und damit höhere Kapazitäten / Laufkundschaft in den Innenstädten? Mehr Umsatz? Gut für die UnternehmerInnen? Nehmen wir!"